Wer einen Natursteintisch kauft, hört zur Pflege meist entweder gar nichts oder nur “einfach abwischen”. Beides ist falsch. Naturstein ist ein lebendiges Material: richtig behandelt hält er ein Leben lang, vernachlässigt zeichnet er schon im ersten Jahr.
Zuerst: Stein ist porös
Marmor, Travertin und Onyx sind alle porös. In der Oberfläche sitzen Mikrohohlräume, die das Auge nicht sieht, und Flüssigkeit dringt ein. Daraus entstehen zwei verschiedene Probleme, die häufig verwechselt werden.
Fleck heißt: Flüssigkeit dringt in die Poren und hinterlässt Farbe. Olivenöl, Kaffee und Rotwein wirken so. Mit dem richtigen Mittel lässt sich das herausziehen.
Ätzung ist etwas anderes: Eine Säure löst die Oberfläche des Steins chemisch an. Zitrone, Essig, Tomatensauce, Cola. Der matte Fleck, der entsteht, ist kein Schmutz — die Oberfläche selbst hat sich verändert. Wischen hilft nicht, sie muss poliert werden.
Imprägnierung: das Wichtigste überhaupt
Die Imprägnierung ist ein farbloser Schutz, der die Poren füllt. Sie ist die erste Verteidigungslinie gegen Flecken. Ätzungen verhindert sie nicht — Säure wirkt weiterhin auf die Oberfläche —, aber sie verlangsamt das Eindringen und verschafft Ihnen Zeit zum Abwischen.
Wie oft? Je nach Nutzung einmal jährlich bis alle zwei Jahre. Es gibt einen einfachen Test: Geben Sie ein paar Tropfen Wasser auf die Fläche. Perlt das Wasser, wirkt die Imprägnierung. Läuft es auseinander und dunkelt den Stein, hat sie ausgedient.
Tägliche Pflege
- Weiches Tuch und lauwarmes Wasser. Meist genügt das.
- pH-neutraler Reiniger. Es gibt Mittel speziell für Stein. Übliche Küchenreiniger sind meist sauer oder alkalisch und tragen die Imprägnierung mit der Zeit ab.
- Verschüttetes sofort aufnehmen. Tupfen, nicht reiben — Reiben verteilt die Flüssigkeit.
- Untersetzer verwenden. Besonders bei Wein, Zitrusgetränken und heißen Tassen.
Was nicht verwendet werden sollte
- Hausmittel mit Zitrone, Essig oder Natron
- Chlor- und ammoniakhaltige Produkte
- Scheuerpulver, die Metallseite des Schwamms
- Kalklöser — sie enthalten Säure
Warum Travertin anders ist
Travertin entsteht mit Löchern. Diese werden im Werk mit Harz oder Mörtel gefüllt; gespachtelter Travertin ergibt eine ebene Fläche. Mit der Zeit kann sich eine Füllung lösen — das ist kein Mangel, sondern die Natur des Materials. Es wird mit demselben Füllstoff ausgebessert.
Ungespachtelter Travertin wird auch gewählt, ist am Esstisch aber unpraktisch: Die Löcher halten Krümel und Flüssigkeit.
Hinweis zu Onyx
Onyx ist lichtdurchlässig — von hinten beleuchtet lässt er Licht durch. Optisch die eindrucksvollste Wahl und zugleich die weichste. Als Esstisch sollte er von starker Beanspruchung ferngehalten, mit Untersetzern benutzt und regelmäßig imprägniert werden.
Wenn ein Fleck da ist
Für Öl gibt es Kompressenpasten für Stein. Die Paste wird auf den Fleck gestrichen und mit Folie abgedeckt; beim Trocknen zieht sie das Öl nach oben. Mehrere Anwendungen können nötig sein.
Bei Ätzungen hilft keine Paste; die Oberfläche muss neu poliert werden. Ist die Stelle großflächig, gehört das in die Hand eines Steinpolierers.
Wenn Ihnen das zu viel ist
Dass Naturstein Pflege braucht, ist kein Mangel, sondern seine Natur. Suchen Sie aber einen Küchentisch für harten Alltag und wollen diese Pflege nicht übernehmen, ist Keramik die bequemere Wahl: porenfrei, ohne Imprägnierung, säurebeständig.
Im Showroom besprechen wir gern, welcher Stein zu welchem Raum passt.
